Ich wollte eigentlich nur meine alten Fotos von mehreren Festplatten retten und ordentlich auf dem neuen NAS sichern (siehe hier). Daraus wurde ein dreitägiger digitaler Großputz durch ungefähr 30 Jahre Datenchaos.
Am Anfang lagen auf den beiden Sicherungsplatten 186.261 Dateien mit insgesamt 467 GB. Darunter waren Fotos, Videos, Dokumente, alte Blogdaten, ZIP-Archive, Programmreste, Musik, Spielstände und teilweise gefühlt 30 Kopien derselben Datei.
Also haben ChatGPT und ich den Bestand mit einer ganzen Armada aus PowerShell-Skripten analysiert. Insgesamt entstanden 32 Skripte, 32 passende Windows-Starter und 24 Downloadpakete. In rund 41 dokumentierten Arbeitsschritten wurde inventarisiert, verglichen, kopiert, simuliert, kontrolliert und schließlich gelöscht.
Dabei wurden unter anderem 27.109 Gruppen exakter Fotodubletten gefunden. „Exakt“ bedeutete dabei nicht nur gleicher Dateiname, sondern tatsächlich identischer Inhalt, geprüft über SHA-256.
Bevor irgendetwas gelöscht wurde, landeten die erhaltenswerten Dateien in neuen Archiven. Jede Kopie wurde anschließend noch einmal geprüft und zusätzlich auf dem NAS gesichert. Erst danach durfte der digitale Besen ran.
Das Ergebnis:
- Mehr als 144.000 Dateien entfernt
- Mehr als 16.000 leere Ordner gelöscht
- Beim großen Löschlauf 447 GB freigegeben
- Keine einzige Datei mehr in den beiden alten Sammelordnern
- Keine Löschfehler
Übrig geblieben sind ungefähr 42.100 erhaltenswerte Dateien mit rund 114 GB. Darunter befinden sich etwa 28.000 Fotos und Videos sowie Dokumente, alte Web- und Blogdaten, persönliche Texte, Projekte, mein Luminar-Katalog, gekaufte Erweiterungen und ein paar ganz besondere Überlebende – zum Beispiel mein altes Spiel Vermeer.
Ganz fertig ist das Projekt trotzdem noch nicht: Die Dateien sind jetzt gesichert, von Dubletten und Müll befreit und technisch vorsortiert. Eine wirklich schöne Ordnung nach Jahren, Ereignissen und Themen steht noch aus.
Aber aus 467 GB digitalem Durcheinander wurden immerhin 114 GB gerettete Erinnerungen und wichtige Daten. Rund drei Viertel des ursprünglichen Bestands waren Ballast.
Nicht schlecht für eine Aktion, die mit „Ich müsste mal meine Fotos sortieren“ angefangen hat. 😅
